Glossar Erklärung wichtiger Fachbegriffe
Überwachungsbedürftige Abfälle
Abfälle, die beseitigt werden, gehören immer in die Gruppe der
überwachungsbedürftigen Abfälle. Abfälle zur Verwertung
nur dann, wenn sie in der Bestimmungsverordnung für überwachungsbedürftige
Abfälle zur Verwertung (BestüVAbfV) aufgeführt sind; die
anderen Verwertungsabfälle sind nicht überwachungsbedürftig
(vgl. besonders überwachungsbedürftige
Abfälle, nicht überwachungsbedürftige
Abfälle).
Umwelt
Unter Umwelt versteht man die Umgebung, in der eine Organisation tätig
ist. Dazu gehören Luft, Wasser, Land, Bodenschätze Flora, Fauna
und der Mensch sowie deren Wechselwirkungen. Die Umgebung erstreckt sich
in diesem Zusammenhang von der Organisation bis zum globalen System.
Umweltaspekte
Derjenige Bestandteil der Tätigkeiten, Produkte oder Dienstleistungen
einer Organisation, welche in Wechselwirkung mit der Umwelt treten kann.
Umweltbericht
Unter einem Umweltbericht wird die interne oder öffentliche Zusammenstellung
umweltbezogener Informationen verstanden. Der Umweltbericht dient der
Kommunikation über betriebliche Umweltbelange eines Unternehmens
oder seiner einzelnen Standorte. Das Instrument der Umweltberichterstattung
schafft wichtige Voraussetzungen, um gezielt über die ökologische
Situation eines Unternehmens, über Erfolge, Probleme und Zielsetzungen
im Umweltschutz zu informieren. Durch einen Umweltbericht wird der Dialog
mit den wichtigen Zielgruppen eingeleitet.
In folgenden fünf Bereichen liegt der wesentliche Nutzen eines publizierten
Umweltberichtes:
- Dokumentation der Umweltaktivitäten
- Schaffung von Wettbewerbsvorteilen
- Informieren und Motivieren der Zielgruppen
- Akzeptanzsicherung in der Öffentlichkeit
- Vertrauensstärkung bei den Anspruchsgruppen
Im Gegensatz zur Umwelterklärung gibt es für den Inhalt des
Umweltberichts keine Vorgaben. Er wird nicht von einem Umweltgutachter
geprüft und für gültig erklärt.
Umweltbetriebsprüfung (nach EMAS)
Die Umweltbetriebsprüfung ist die interne Prüfung durch einen
Betriebsprüfer (interner oder externer Prüfer, der kein Umweltgutachter
ist). Die Umweltbetriebsprüfung ist ein Instrument des Managements,
das auf die Kontrolle und Bewertung der Leistungen der Organisation ausgelegt
ist. Grundlegendes Merkmal ist seine regelmäßige, systematische
und objektive Durchführung einschließlich deren Dokumentation.
Das Betriebsprüfungsverfahren umfasst die objektive Bewertung der
Leistung der Organisation, des Managements und der Abläufe zum Schutz
der Umwelt.
Umweltbezogene Zielsetzung
Aus der Umweltpolitik abgeleitete Umweltziele, die eine Organisation sich
setzt und so weit wie möglich quantifiziert. Messbare Ergebnisse
des Umweltmanagementsystems einer Organisation in bezug auf die Kontrolle,
Einwirkungen ihrer Umweltaspekte, welche auf der Umweltpolitik und den
umweltbezogenen Zielsetzungen und Einzelzielen beruhen.
Umweltbezogenes Einzelziel
Detaillierte, möglichst quantifizierte Vorgabe für die Organisation
oder deren Teilbereiche, die sich aus den umweltbezogenen Zielsetzungen
ergibt und für deren Realisierung sie festgelegt und erfüllt
werden muss.
Umwelteinwirkungen / Umweltauswirkungen
Der Begriff der Umwelteinwirkung wird im BImSchG aufgegriffen. Danach
gehen Umwelteinwirkungen vom menschlichen bzw. betrieblichen Handeln auf
die Umgebung aus. Gemeint sind damit in der Regel schädliche Beeinträchtigungen.
Im Gegensatz dazu stellt die Umweltauswirkung eine Folge von Vorgängen
in den Umweltmedien auf Mensch und Kultur dar.
Die ISO 14001 definiert in Abschnitt 3 ("Begriffe") die Umweltauswirkungen
als jede Veränderung der Umwelt, ob günstig oder ungünstig,
die vollständig oder teilweise das Ergebnis der Tätigkeiten,
Produkte oder Dienstleistungen der Organisation ist.
Umweltauswirkungen nach ISO 14001 sind also vergleichbar mit den Umwelteinwirkungen
nach BImSchG.
Umwelterklärung
Ein Unternehmen muss bei der Beteiligung an EMAS regelmäßig
eine Umwelterklärung veröffentlichen. In ihr wird erläutert,
welche Umweltfaktoren an den Betriebsstandorten gegeben sind und wie die
Umweltpolitik, -ziele und -programme sowie das Umweltmanagementsystem
aussehen. Die Umwelterklärung wird vor ihrer Veröffentlichung
von einem zugelassenen Umweltgutachter für gültig erklärt
(validiert). Die Umwelterklärung ist wesentlicher Bestandteil der
Umsetzung eines Umweltmanagements nach EMAS und stellt eine Antwort auf
das öffentliche Interesse dar.
Umwelthaftungsgesetz
Das Bundesgesetz führt eine analogenbezogene, verschuldungsunabhängige
Haftung des Inhabers bestimmter gefährlicher Anlagen für Personen-
und Sachschäden ein, die durch eine von der Anlage ausgehende Umwelteinwirkung
verursacht werden. Nach dem Gesetz greift die Haftung auch für Schäden
aus dem störungsfreien Normalbetrieb. Von dem Gesetz betroffen sind
z.B. größere Kraftwerke, Abfallverbrennungsanlagen.
Umwelthaftungsrecht
Es umfasst die Gesamtheit aller Rechtsnormen und Rechtssprechungsgrundsätze,
die den Ersatz von Schäden zur Beseitigung von Umweltbeeinträchtigungen
regeln, die durch eine vom Menschen verursachte Veränderung der physikalischen,
chemischen oder biologischen Beschaffenheit von Wasser, Boden oder Luft
herbeigeführt werden. Die wichtigsten Anspruchsgrundlagen sind §
823 Abs. 1 BGB (Verschuldenshaftung), § 22 WHG (Gefährdungshaftung)
und das Umwelthaftungsgesetz (Gefährdungshaftung).
Umweltinformationssystem
Verfahren zur systematischen Sammlung, Aufbereitung, Auswertung und Dokumentation
von Daten, die umweltrelevante Sachverhalte im Unternehmen betreffen.
Umweltkennzahl
Eine betriebliche Umweltkennzahl ist eine mittelbar oder unmittelbar umweltrelevante
Größe, in Form einer absoluten oder relativen Zahl die gezielt
einen betrieblichen Sachverhalt mit erhöhtem Erkenntniswert beschreibt.
Mit Hilfe von Umweltkennzahlen werden Jahresvergleich des Betriebes sowie
Vergleiche innerhalb der Branche möglich (Benchmarking). Umweltkennzahlen
lassen sich unterscheiden in
- Umweltleistungskennzahlen: häufig werden Ressourcen-Inputs oder
Emissionen in Relation zur Produktion gesetzt (z.B. Abwasser in m³
je produzierter Einheit; Energieverbrauch je Tonne verarbeitetem Rohstoff,
t Abfälle je produzierter Einheit etc.).
Umweltleistungskennzahlen bieten sich für jedes Unternehmen als
Einstieg in die Thematik an. Sie beschreiben Input-/ Output-bezogen
Stoff- und Energieströme. Untergliedert in die Bereiche Stoff-
und Energiekennzahlen sowie Infrastruktur- und Verkehrskennzahlen konzentrieren
sie sich auf Planung, Steuerung und Kontrolle der Umweltauswirkungen
des Unternehmens.
- Umweltmanagementkennzahlen: Maßzahlen für die organisatorische
Leistungsfähigkeit in Bezug auf Umweltschutzthemen (z.B. Anzahl
der Schulungen, Lieferantenaudits, interne Audits etc.).
Umweltmanagementkennzahlen stellen dar, welche organisatorischen Aktivitäten
das Management unternimmt, um die Umweltauswirkungen des Unternehmens
zu minimieren. Die Zahlen sind interne Steuerungs- und Informationsgrößen,
geben aber keine Auskunft über die tatsächliche Umweltleistung
des Betriebes
- Umweltzustandskennzahlen: Indikatoren für den Zustand der wesentlich
vom Unternehmen betroffenen Umwelt (z.B. Gewässergüte des
Vorfluters, regionale Luftqualität).
Umweltzustandskennzahlen beschreiben die Qualität der Umwelt in
der Umgebung des Unternehmens. Da der Zustand der Umweltmedien (Luft,
Wasser, Boden) und daraus resultierende Umweltprobleme (z.B. Ozonloch,
Treibhauseffekt, Bodenversauerung) von verschiedenen Einflüssen
abhängen (z.B. Emissionen anderer Betriebe, privater Haushalte
oder des Verkehrs), wird in der Regel von staatlichen Stellen mit Umweltdaten
gemessen und registriert.
(vgl. Kennzahlen, Benchmarking,
Ökocontrolling)
Umweltleistung
Umweltleistung ist das messbare Ergebnisse des Umweltmanagementsystems
bezüglich der Kontrolle einer Organisation über ihre Umweltaspekte,
basierend auf der Umweltpolitik und den umweltbezogenen Zielsetzungen
und Einzelzielen.
Umweltleitlinien
Umweltleitlinien sind umweltbezogene Gesamtziele und Handlungsgrundstätze
einer Organisation.
Umweltmanagement
Umweltmanagement ist eine Betriebsorganisation, bei der alle Mitarbeiter
dem Ziel der Verbesserung des betrieblichen Umweltschutzes verpflichtet
werden. Damit sich das Engagement der Mitarbeiter nicht in kurzfristigen
Aktionen erschöpft und über einen längeren Zeitraum aufrechterhalten
werden kann, soll das Umweltmanagementsystem als automatisch ablaufender
Prozeß im Unternehmen integriert werden. Kriterien für ein
fortschrittliches Umweltmanagement enthalten die EMAS-Verordnung und die
Norm ISO 14001 (vgl. Umweltmanagementsystem, EMAS,
ISO 14001).
Umweltmanagementhandbuch
Eine Dokumentation, welche das Gesamtsystem beschreibt und Hinweise auf
die Verfahren zur Umsetzung des Umweltmanagementprogramms der Organisation
gibt.
Umweltmanagementsystem
Ein Umweltmanagementsystem ist jener Teil des übergeordneten Managementsystems,
der die Organisationsstruktur, Planungstätigkeiten, Verantwortlichkeiten,
Methoden, Verfahren, Prozesse und Ressourcen zur Entwicklung, Umsetzung,
Erfüllung Bewertung und Aufrechterhaltung der Umweltpolitik umfasst.
Ziel eines Umweltmanagementsystems ist der kontinuierliche Verbesserung
der Umweltleistung einer Organisation. Dieses Ziel wird erreicht durch
eine angemessene Organisationsstruktur, die Gewährleistung von Rechtssicherheit
und die Verbesserung der materiellen Umweltleistung. Unter materieller
Umweltleistung versteht man z.B. die Einsparung von Ressourcen oder die
Verminderung von Emissionen.
Umweltmedien
Unter Umweltmedien versteht man die Bausteine der unbelebten Umgebung,
also Boden, Wasser und Luft. Diese agieren als Träger von Schadstoffen.
Die Umweltgesetzgebung in Deutschland stellt größtenteils auf
die einzelnen Umweltmedien ab (Bodenschutzgesetz, Wasserhaushaltsgesetz,
Immissionsschutzgesetz).
Umweltorientierte Leistung
Die umweltorientierte Leistung ist das messbare Ergebniss des Umweltmanagementsystems
einer Organisation in bezug auf die Kontrolle, Einwirkungen ihrer Umweltaspekte,
welche auf der Umweltpolitik und den umweltbezogenen Zielsetzungen und
Einzelzielen beruhen.
Umweltpolitik
Die Umweltpolitik ist die Erklärung der Organisation über ihre
Absichten und Grundsätze in bezug auf ihre Umweltleistungen insgesamt,
die einen Rahmen für Handlungen und für die Festlegung der umweltbezogenen
Zielsetzungen und Einzelziele bildet. Sie schließt die Einhaltung
aller für das Unternehmen zutreffenden Umweltvorschriften, die stetige
Verbesserung des betrieblichen Umweltschutzes sowie eine materielle Verbesserung
der Umweltschutzleistungen der Organisation ein.
Umweltprogramm
Das Umweltprogramm beschreibt die konkreten Maßnahmen zur Erreichung
der angestrebten Umweltziele des Unternehmens. Es beinhaltet die Angabe
von Zeiträumen und Mitteln. Weiterhin benennt es Personen, die direkt
oder indirekt an der Umsetzung der Maßnahmen beteiligt sind.
Umweltprüfung
Die Umweltprüfung ist eine erste umfassende Untersuchung der umweltbezogenen
Auswirkungen und des betrieblichen Umweltschutzes in einem Unternehmen.
Es handelt sich hierbei um eine grundlegende Bestandsaufnahme der Umweltsituation
eines Unternehmensstandortes. Diese Bestandsaufnahme schafft eine Planungsbasis,
um konkrete umweltorientierte Maßnahmen und Ziele zu ergreifen.
Umweltschutz
Ziel des Umweltschutzes ist es, die Umweltbelastungen so gering wie möglich
zu halten oder ganz zu vermeiden. Man unterscheidet zwischen ökologischem
Umweltschutz (Naturschutz, Landschaftspflege) und technischem Umweltschutz
(Reinhaltung von Luft und Wasser, Lärmschutz, Abfallbeseitigung,
Strahlenschutz).
Umweltschutzbeauftragter
s. Betriebsbeauftragter für ...
Umweltschutzkosten
Kosten für diejenigen Maßnahmen, die darauf ausgerichtet sind,
Umwelteinwirkungen und die verursachten oder zu erwartenden negativen
Umweltauswirkungen zu vermeiden, zu verringern, zu beseitigen sowie zu
überwachen und zu dokumentieren. Die Kosten können sowohl bei
dem Verursacher wie auch bei Dritten anfallen.
Umweltverträglichkeit
Maß der Auswirkung eines Vorhabens auf die Schutzgüter Boden,
Wasser, Luft, Klima, Mensch, Tier und Pflanzen einschließlich der
jeweiligen Wechselwirkungen.
Umweltzeichen
Umweltzeichen sind Kennzeichnung von Produkten (z.B. Blauer Engel), die
sich im Vergleich mit anderen als umweltfreundlicher herausgestellt haben.
Auch diese Produkte müssen verantwortungsbewusst eingesetzt werden,
da sie auch nicht harmlos für die Umwelt sind.
Umweltziele
Konkrete Ziele, die sich das Unternehmen in den einzelnen Bereichen für
den betrieblichen Umweltschutz gestellt hat. Sie ergeben sich aus der
Bewertung der umweltrelevanten Tätigkeiten des Unternehmens (vgl.
umweltbezogene Zielsetzung, umweltbezogene
Einzelziele).
Umweltzirkel, Umweltarbeitskreis
Unter einem Umweltzirkel oder einem Umweltarbeitskreis versteht man eine
Arbeitsgruppe auf Werksebene, die sich nach der Art des Qualitätszirkels
oder des Arbeitssicherheitsausschusses speziell mit Umweltfragen beschäftigt.
Die Integration des Umweltthemas in bereits vorhandene Arbeitsgruppen
ist zu empfehlen.
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