Dr. Ulrich Größmann   •   Umwelt-Consulting

           

Glossar – Erklärung wichtiger Fachbegriffe

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SA 8000
SA 8000 steht für "Social Accountability", also ‚soziale Verantwortlichkeit' und bezeichnet das erste international auditierbare Sozialverträglichkeitssystem. Social Accountability 8000 gilt als Sozialstandard, der Menschenrechte und menschenwürdige Arbeitsbedingungen umfasst. Er hat insbesondere Bedeutung für weltweit agierende Unternehmen und deren Lieferanten und Zulieferbetriebe in der Dritten Welt.
Das Konzept des SA 8000 umfasst einen Verhaltenskodex als Grundlage eines Sozialmanagementsystems und wurde in der USA vom Council on Economic Priorities (CEP) erstellt. SA 8000 ist vom Aufbau her vergleichbar den Qualitäts- bzw. Umweltmanagementsystemen ISO 9000 und ISO 14 000 oder EMAS.

SCC (Sicherheits-Certifikat-Contractoren)

Das SCC wurde in den Niederlanden auf Betreiben der petrochemischen Industrie entwickelt. Das SCC umfasst das Management von (Arbeits-)Sicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz (SGU-Management) und soll sicherstellen, dass Fremdfirmen (Kontraktoren) in die SGU-Politik des Auftraggebers eingebunden werden. Kontraktoren können ein Managementsystem auf der Basis der SCC-Checkliste aufbauen und von einem unabhängigen Institut zertifizieren lassen (vgl. Arbeitsschutzmanagementsystem).

Sicherheitsmanagementsystem (SMS)
Integration der Aspekte von Gesundheits- und Arbeitsschutz in der Führung und Lenkung einer Organisation (vgl. Arbeitsschutzmanagementsystem).

Stabsfunktion
Personen, die für die Durchführung von beratenden, unterstützenden und überwachenden Tätigkeiten (z. B. im Umweltschutz oder im Qualitätswesen) verantwortlich sind und direkt der Geschäftsführung unterstehen.

Stakeholder ("Anspruchsgruppen")
Alle Gruppen oder Individuen, die das Unternehmen beeinflussen können oder von diesem durch das Erreichen des Unternehmensziels beeinflusst werden, z.B. Management, Anteilseigner, Mitarbeiter, Gewerkschaften, Lieferanten, Kunden, Wettbewerber, Banken und Versicherungen, der Staat, Nachbarn, Medien, aber auch einzelne Interessensgruppen wie Umweltschutzgruppen etc.

Stand der Technik (StdT)
Der Entwicklungsstand fortschrittlicher Verfahren, Einrichtungen oder Betriebsweisen zur Begrenzung von Emissionen. Die Entwicklung muss soweit fortgeschritten sein, dass die praktische Eignung der Maßnahmen gesichert scheint. In der Regel muss die Maßnahme mit Erfolg im Betrieb erprobt sein, doch ist dies nicht stets erforderlich (vgl. BAT, allgemein anerkannte Regeln der Technik, Stand von Wissenschaft und Technik).

Standort
Der Begriff des Standortes beschreibt das Gelände, auf dem die unter Kontrolle eines Unternehmens stehenden gewerblichen Tätigkeiten an einem bestimmten Ort durchgeführt werden, einschließlich damit verbundener oder zugehöriger Lagerung von Rohstoffen, Nebenprodukten, Zwischenprodukten, Endprodukten und Abfällen sowie der im Rahmen dieser Tätigkeiten genutzten beweglichen und unbeweglichen Sachen, die zur Ausstattung und Infrastruktur gehören.

Standort-Register
Das Standort-Register ist eine offizielle Liste eines Mitgliedstaates der EU über die Betriebsstandorte die nach EMAS geprüft wurden. In Deutschland wird die Registrierung von den Industrie- und Handelskammern bzw. den Handwerkskammern vorgenommen.

Stand von Wissenschaft und Technik
(StvWuT)
Entwicklungsstand derjenigen fortschrittlichen Verfahren, Einrichtungen oder Betriebsweisen, der nach den anerkannten Ergebnissen wissenschaftlicher Forschung zum Schutz der Umwelt erforderlich ist (vgl. BAT, allgemein anerkannte Regeln der Technik, Stand der Technik).

Stoffstrommangement
Zielorientiertes Beeinflussen der Materialströme, um die Menge der benutzten Stoffe zu reduzieren, ihre Nutzung zu intensivieren, Emissionen zu reduzieren und ihren Kreislauf so weit wie möglich zu gewährleisten.

Störfall
Unter einem Störfall im Sinne des Gesetzes versteht man die Abweichungen vom bestimmungsgemäßen Betrieb, bei dem ein in der Störfall-Verordnung (12. Durchführungsverordnung des Bundesimmissionsschutzgesetzes) aufgeführter Stoff freigesetzt wird und für die Umwelt eine ernste Gefahr besteht.
Eine ernste Gefahr liegt gemäß Störfall-Verordnung dann vor, wenn das Leben von Menschen bedroht wird oder schwerwiegende Gesundheitsbeeinträchtigungen zu befürchten sind, bzw. die Umwelt, insbesondere Tiere und Pflanzen, Boden, Wasser, Atmosphäre oder Sachgüter geschädigt werden können.

Straftat
Rechtswidrige und schuldhafte Handlung, die den Tatbestand eines Gesetzes verwirklicht, das die Ahndung mit einer Strafe (Freiheitsstrafe oder Geldstrafe) vorschreibt.

Substitution
Die Substitution ist eine Form der ordnungsrechtlichen Erleichterung insbesondere für an EMAS beteiligte Unternehmen. Dies äußert sich z.B. in der Änderung des praktischen Vollzugs in Form von Vollzugshinweisen und -bekanntmachungen sowie der Nutzung von gesetzlichen Spielräumen. Besonders im Rahmen des in der Vollzugshoheit der Länder liegenden Ordnungsrechts können die Erleichterungen ausgeschöpft werden. Damit sollen Anreize für die Teilnahme an EMAS geschaffen und die Bemühungen der Unternehmen honoriert werden.

Systemaudit
Unter einem Systemaudit versteht man eine Prüfung, die feststellt, ob ein Managementsystem den Anforderungen einer Norm (z.B. ISO 9001/14001, EMAS) entspricht. Das Systemaudit beinhaltet die Prüfung der Vollständigkeit, der Eignung und Angemessenheit des Managementsystems im Unternehmen sowie dessen Wirksamkeit.

Technische Anleitung Abfall (TA Abfall)

Diese als Bundes-Verwaltungsvorschrift erlassene Technische Anleitung Abfall regelt die Anforderungen an die Lagerung, an die chemisch / physikalische und biologische Behandlung sowie an die Verbrennung von besonders überwachungsbedürftigen Abfällen nach dem Stand der Technik.

Technische Anleitung Siedlungsabfall (TA Siedlungsabfall - "TASi")
Ziel der TA Siedlungsabfall ist die Verringerung der zu deponierenden festen Siedlungsabfälle. Schadstoffe im Hausmüll sollen reduziert werden, um die Erzeugung verwertbarer Fraktionen zu ermöglichen und die Behandlung nicht verwertbarer Restabfälle zu erleichtern. Die "TASi" regelt im weiteren die Deponierung der Restabfälle, die auf anorganische Abfälle beschränkt sein soll. Als Siedlungsabfälle gelten z.B.: Hausmüll, Sperrmüll, Straßenkehricht, Garten- und Parkabfälle, Baustellenabfälle, Bauschutt, hausmüllähnliche Gewerbeabfälle, Klärschlamm aus der Kanalisation, produktionsspezifische Abfälle (soweit sie gemeinsam mit Siedlungsabfällen entsorgt werden).

Technische Anleitung Lärm (TA Lärm)
Diese als Bundes-Verwaltungsvorschrift erlassene Anleitung zum Schutz gegen Lärm (TA Lärm) vom 16. Juli 1968 regelt die Überwachung lärmemittierender Anlagen. Sie legt insbesondere Richtwerte für Geräuschimmissionen nach der Nutzungsart der betroffenen Gebiete sowie Vorschriften für die Messung der Geräuschimmissionen fest.

Technische Anleitung Luft (TA Luft)
Diese als Bundes-Verwaltungsvorschrift erlassene Technische Anleitung Luft dient zum Schutz der Allgemeinheit und der Nachbarschaft vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Luftverunreinigungen. Hierzu legt sie detaillierte Anforderungen (Grenzwerte und Verfahren) fest. Sie gilt für die nach 4.BImSchG genehmigungsbedürftige Anlagen.

TRGS (Technische Regeln für Gefahrstoffe)
Als Bestandteil der Gefahrstoffverordnung regeln die TRGS den Umgang mit einzelnen Stoffen wie Asbest oder Stoffgruppen wie Chromate. Auch für die Kennzeichnung von Stoffen, Erstellung von Sicherheitsdatenblättern, Vorsorgeuntersuchung oder Schadstoffsammelstellen gibt es Technische Regeln.

TRK-Wert (Technische Richtkonzentration)

Der TRK-Wert ist diejenige Konzentration eines gefährlichen, insbesondere krebserregenden oder erbgutverändernden Stoffes in der Luft (Gas, Dampf, Schwebstoff) am Arbeitsplatz, die nach dem Stand der Technik erreicht werden kann. Der TRK-Wert dient als Anhalt für die zu treffenden Schutzmaßnahmen und die messtechnische Überwachung am Arbeitsplatz. TRK-Werte werden nur für solche Arbeitsstoffe herangezogen, für die zur Zeit keine MAK-Werte aufgestellt werden können (vgl. BAT-Werte, MAK-Werte).

Total Quality Management (TQM)
TQM ist ein Ansatz der strategischen Unternehmensführung mit dem Ziel der Qualitätsförderung z.B. durch:

  • Steuerung der Qualität über die gesamte Wertschöpfungskette,
  • Übertragung der Lieferanten-Kunden-Beziehung auf das Innenverhältnis des Unternehmens,
  • Einbeziehung der Mitarbeiter in den kontinuierlichen Verbesserungsprozess,
  • Verknüpfung von Produktivitäts- mit Qualitätsdenken,
  • Integration der Qualitätspolitik in die Unternehmenspolitik,
  • Verständnis des Unternehmens als offenes System, das permanenten Veränderungen am Markt folgen muss.

TQM muss vor allem in der Führungsetage des Unternehmens vorgelebt werden, sonst ist der Ansatz zum Scheitern verurteilt. Ein konsequenter Ansatz zur Einführung von TQM in einer Organisation ist das EFQM-Modell.

 

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