Glossar Erklärung wichtiger Fachbegriffe
Öffentliches Recht
Das öffentliche Recht regelt im Gegensatz zum Privatrecht das Verhältnis
des Einzelnen zum Staat und den übrigen Trägern öffentlicher
Gewalt sowie das Verhältnis der Verwaltungsträger zueinander.
Zum öffentlichen (Umwelt)Recht zählen insbesondere das Völker-,
Staats-, Straf-, Abfall-, Atom-, Naturschutz-, Chemikalien-, Düngemittel-,
Fluglärm-, Immissions- und Wasserhaushaltsrecht.
OHRIS (Occupational Health- and Risk-Managementsystem)
OHRIS ist ein Modell des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit
und Sozialordnung und Frauen zur Einführung eines Managementsystems
für Arbeitsschutz und Anlagensicherheit. Das Modell ist als Leitfaden
konzipiert und lehnt sich an die Struktur der ISO 14001 an.
Ökobilanz (Produktökobilanz, Life-Cycle-Assessment
(LCA))
Eine Ökobilanz ist eine Zusammenstellung und Beurteilung der Input-
und Outputflüsse und der potentiellen Umweltauswirkungen eines Produktsystems
(auch Dienstleistungen) im Verlauf seines Lebenswegs ("von der Wiege
bis zur Bahre").
Ökobilanzen sind ein Hilfsmittel zur Vorbereitung umweltorientierter
Entscheidungen im Lebenszyklus eines Produktes. Sie werden eingesetzt,
um die Schwachstellen im Lebensweg der Produkte offen zu legen, die Umwelteigenschaften
von Produkten zu verbessern, mögliche Alternativen zu vergleichen
und Handlungsempfehlungen zu begründen. Ökobilanzen existieren
u.a. zum Vergleich von Einweg- und Mehrwegverpackungen für Getränke.
Die Ökobilanz untergliedert sich in Sachbilanz, Wirkungsabschätzung
und Bilanzbewertung. Zur Anwendung kommen dabei folgende Normen: ISO 33926
(Standardberichtsbogen für Ökobilanzen), ISO 14040 (Produkt-Ökobilanzen
- Prinzipien und allgemeine Anforderungen), ISO 14041 (Sachbilanzen),
ISO 14042 (Wirkungsabschätzung) und ISO 14043 (Auswertung).
Ökocontrolling (Umweltcontrolling)
Unter Ökocontrolling versteht man die Planung, Kontrolle und Steuerung
umweltrelevanter betrieblicher Prozesse und Aktivitäten. Ökocontrolling
ist eine führungsunterstützende und abteilungsübergreifende
Querschnittsfunktion innerhalb des betrieblichen Umweltmanagements.
Es ist insbesondere auf die Informationserfassung der Stoff- und Energieströme
und ihrer ökologischen Wirkung sowie deren rechtliche und gesellschaftliche
Bewertung ausgerichtet. Das Ziel des Ökocontrollings ist es, ökologische
Optimierungspotentiale zu identifizieren und aktiv in unbefriedigend verlaufende
Prozesse oder betriebliche Abläufe einzugreifen, um umweltrelevante
Gefährdungspotentiale aufzuspüren, zu vermeiden oder zu vermindern.
Umweltcontrolling gestaltet das Umweltinformationssystem, bereitet Umweltinformationen
entscheidungsorientiert auf (wirksame und glaubhafte Kommunikation nach
innen und außen) und stellt die Beschlussfassung zu umweltrelevanten
Themen und das Setzen von Umweltzielen sicher.
Ökodesign
Die Gestaltung von Produkten hat das Ziel, Lösungen mit dem geringsten
Umweltverbrauch bei gleichzeitig maximaler dauerhafter Nutzenschaffung
zu finden. Die optimale Erfüllung des Nutzens wird mit einer minimalen
Menge an Energie und Stoffen und einem minimalen Schadstoff- und Abfallaufkommen
über den gesamten Produktlebenszyklus erreicht.
Ökoeffizienz
Im Bericht an den Club of Rome "Faktor 4 - Doppelter Wohlstand, halbierter
Naturverbrauch" von 1995 beschreiben Amory B. Lovins und Ernst Ulrich
von Weizsäcker gemeinsam mit L. Hunter Lovins 50 Verfahren und Produkte
mit wenigstens vierfacher Ökoeffizienz. Das Prinzip lautet vereinfacht:
doppelter Output bei halbiertem Input. Die wichtigsten Indikatoren für
Ökoeffizienz sind der Energie- und Ressourcenverbrauch. Ökoeffizientes
Wirtschaften bringt Umweltvorteile und durch erzielte Einsparungen einen
ökonomischen Nutzen.
Öko-Profit
Ökologisches Projekt für Integrierte
Umwelttechnik - ein Projekt zur Stärkung von Betrieben durch
vorsorgenden Umweltschutz mit der gleichzeitigen Absicht, einen Beitrag
zur Verbesserung der Umweltsituation in einer Region zu leisten.
Ordnungswidrigkeit
Eine Ordnungswidrigkeit ist eine rechtswidrige und vorwerfbare Handlung,
die den Tatbestand des Gesetzes verwirklicht, das die Ahndung mit einer
Geldbuße zuläßt.
Organisation
Gesellschaft, Körperschaft, Betrieb, Unternehmen, Institution oder
Kombination oder Teil davon, eingetragen oder nicht, öffentlich oder
privat, mit eigener Funktion oder Verwaltung.
Organigramm
Graphische Darstellung der Aufbauorganisation
eines Unternehmens.
Performance-Audit
Das Performance-Audit dient der Überprüfung der Leistungsfähigkeit
im Umweltschutz. Dabei wird häufig mit konkreten Leistungsparametern
wie z.B. Umweltkennzahlen gearbeitet.
Privatrecht
Das Privatrecht regelt im Gegensatz zum öffentlichen Recht die Rechtsbeziehung
des Einzelnen zueinander. Zum Privatrecht zählen u. a. das Bürgerliche
Gesetzbuch, das Handels-, das Urheber- und Erfinderrecht, das Privatversicherungsrecht
und alle zivilrechtlichen Haftbestimmungen in öffentlichen Gesetzen,
z. B. § 22 WHG.
Produktaudit
Das Produktaudit dient der Überprüfung eines Produktes anhand
von vorgegebenen Kriterien (z.B. Qualität, Funktionalität, Umweltaspekte).
Produktverantwortung / Produzentenverantwortung
Unter Produktverantwortung bzw. Produzentenverantwortung versteht man
die Verantwortung des Produzenten oder Vertreibers für den gesamten
Lebenszyklus eines Produktes von der Entwicklung bis zur Entsorgung. Im
Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz von 1996 wurde die Produzentenverantwortung
als Grundvoraussetzung einer zielführenden Kreislaufwirtschaft für
alle Konsum- und Gebrauchsgüter bestimmt. Damit gehört zu den
Aufgaben des Herstellers auch die Vermeidung, Verwertung und Beseitigung
der durch sein Produkt entstehenden Abfälle.
Die Produktverantwortung beinhaltet beispielsweise, dass langlebige, mehrfach
verwendbare Produkte entwickelt werden - möglichst unter Verwendung
von Recycling-Materialien -, dass schadstoffhaltige Erzeugnisse gekennzeichnet
werden, oder dass Produkte nach Gebrauch zurückgenommen und entsorgt
werden.
Der Gesetzgeber kann in Verordnungen festlegen, für welchen Kreis
der Beteiligten diese beschriebene Produktverantwortung gelten soll und
welche Pflichten auferlegt werden sollen (z.B. Pflichten zum Inverkehrbringen,
zur Kennzeichnung, zur Rücknahme und zur Pfanderhebung).
Produktionsintegrierter Umweltschutz (PIUS)
Produktionsintegrierter Umweltschutz ist ein Teil des vorsorgenden Umweltschutzes.
Im Gegensatz zum nachsorgenden Umweltschutz, der sich sogenannter "end-of-the-pipe"-Techniken
(Filter, nachgeschaltete Abluftreinigung etc.) bedient, bemüht sich
der vorsorgende Umweltschutz darum, Umweltbelastungen soweit wie möglich
gar nicht erst entstehen zu lassen. Der Produktionsintegrierter Umweltschutz
bemüht sich insbesondere um die Entwicklung umweltverträglicher
Herstellungsverfahren im Sinne der Abfall- und Abwasserminimierung, der
Verminderung von Luftschadstoffen sowie der Energieeinsparung bei gleicher
oder sogar verbesserter Produktqualität (vgl. End-of-pipe-Techniken,
Front-of-the-Pipe-Maßnahmen).
Projektmanagement
Das Projektmanagement umfasst alle mit einem Projekt im Zusammenhang stehenden
Aktivitäten wie die Projektplanung hinsichtlich der Zeit, der Kosten
und der Ressourcenbereitstellung, die Anordnung der einzelnen Aktivitäten
und die Kontrolle des Projektfortschrittes.
Prozess
Ein Prozess ist die Summe der Tätigkeiten und Bearbeitungsschritte
im Laufe der Leistungserbringung einer Organisation, beschreiben im wesentlichen
durch die Ablauforganisation. Ein Prozess ist durch die Umwandlung von
Inputs (Eingaben) in Outputs (Ergebnisse) gekennzeichnet. Es werden Führungs-,
Wertschöpfungs- und unterstützende Prozesse voneinander unterschieden.
Prozessbilanz
Eine Prozessbilanz ist eine zusammenfassende Darstellung der in einen
Prozess ein- und ausgehenden Stoff- und Energieströme über einen
bestimmten Zeitraum. Den eingehenden Strömen (Input) an Material,
Halbfertigprodukte, Energie und Wasser werden die ausgehenden Ströme
(Output) wie Halbfertigprodukte, Produkte, Abfall, Abluft, Abwasser und
Energieabgabe gegenübergestellt.
Qualitätsmanagement
Gesamtheit aller betrieblichen Regelungen zur Festlegung und Verwirklichung
der Qualitätspolitik, -ziele und -aktivitäten. Die betrieblichen
Regelungen beziehen sich auf Organisationsstrukturen, anzuwendende Verfahren,
zu durchlaufende Prozesse und bereitgestellte Mittel. Die Norm ISO 9001
zeigt auf, wie Qualitätsmanagementsysteme strukturiert werden können.
QS9000
Die QS 9000 ist eine an die ISO 9001 angelehnte Qualitätsmanagementnorm
der US-amerikanischen Automobilindustrie für Zulieferer und deren
Unterlieferanten. Sie wird von den drei Automobilherstellern DaimlerChrysler,
Ford und General Motors gefordert.
Recycling
Recycling bedeutet Gewinnung von Rohstoffen aus Abfällen, ihre Rückführung
in den Wirtschaftskreislauf und die Verarbeitung zu neuen Produkten (stoffliche
Verwertung). Zum Recycling geeignet sind vor allem Glas, Papier, Pappe,
Kartonagen, Eisen, Nichteisenmetalle und Kunststoffe. Voraussetzung für
die stoffliche Verwertung ist eine möglichst sortenreine Sammlung
der Wertstoffe oder ihre leichte Abtrennung (Sortierung) aus der Abfallfraktion
(Abfalltrennung).
Rechtssicherheit
Die Einhaltung der relevanten Umweltgesetze und -vorschriften ist die
minimale Grundanforderung der EMAS-Verordnung. Es ist anzustreben, dass
die Organisation Vorkehrung zur regelmäßigen Selbstkontrolle
schafft und eventuelle Rechtsmängel in angemessener Zeit behebt.
Rechtssicherheit wird erreicht, wenn der jederzeitige Nachweis der Einhaltung
der relevanten Gesetze möglich ist.
Registrierung
Die Registrierung ist die abschließende Phase im EMAS-Prozess und
wird durch die "zuständige Stelle" (in Deutschland: IHK,
HWK) des jeweiligen EU-Mitgliedsstaates wahrgenommen. Der geprüfte
Standort, für den eine validierte Umwelterklärung vorliegt,
wird in den Standortregister eingetragen.
Responsible Care ("Verantwortliches Handeln")
Responsible Care ist ein Programm, das 1984 von der chemischen Industrie
in Kanada angeregt wurde und bindende Selbstverpflichtungen zur ständigen
Verbesserung von Sicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz enthält.
Es wurde auf der zweiten Weltkonferenz über Umweltmanagement in Rotterdam
1991 der internationalen Staatengemeinschaft vorgelegt. Die Selbstverpflichtungen
sind in Grundsatz-Richtlinien festgelegt, ihre Einhaltung wird von den
nationalen Verbänden der Chemieindustrie überprüft. Mit
dieser Initiative will die chemische Industrie durch die Festlegung erreichbarer
Ziele zu einer sowohl ökologisch wie auch ökonomisch gesellschaftlich
tragfähigen Zukunft beitragen.
Rohstoff
Stoff, der als Hauptbestandteil in das Produkt eingeht (z. B. Holz, Metall,
Kunststoff, vgl. Betriebsstoff, Hilfsstoff).
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