Dr. Ulrich Größmann   •   Umwelt-Consulting

           

Glossar – Erklärung wichtiger Fachbegriffe

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DAU

DAU ist die Abkürzung für: Deutsche Akkreditierungs- und Zulassungsgesellschaft für Umweltgutachter GmbH. Die Gesellschaft wurde im Rahmen der nationalen EMAS-Umsetzung auf der Basis des Umweltauditgesetzes neu gegründet und ist autorisiert, Umweltgutachter in Deutschland zu prüfen, beaufsichtigen, registrieren und akkreditieren.

Deregulierung
FDeregulierung ist eine Form der ordnungsrechtlichen Erleichterung auf Gesetzes- oder Verordnungsebene, u.a. für an EMAS teilnehmenden Unternehmen. Derartige Erleichterungen setzen voraus, dass der Gesetzes- oder Verordnungsgeber für registrierte Unternehmen entsprechende Öffnungsklauseln in die jeweiligen ordnungsrechtlichen Vorschriften einfügt.

Dokumente

Dokumente sind die Summe aller Vorgabe- und Nachweisdokumente. In Vorgabedokumenten wird durch Regelungen der Sollzustand bestimmter innerbetrieblicher Abläufe beschrieben. Beispiele sind Handbücher, Verfahrens- und Arbeitsanweisungen, Prozessbeschreibungen, Fließbilder, und Verantwortlichkeitsmatrizen. An diesen Vorgaben müssen sich alle angesprochenen Mitarbeiter halten. Alle Vorgabedokumente gemeinsam ergeben die Managementdokumentation. Nachweisdokumente (Aufzeichnungen, wie z.B. Formulare, Checklisten) sind Belege für Umweltwelt- und Qualitätsleistungen gegenüber den Behörden und Kunden. Beispiel: In Schulungsnachweisen belegen Ihre Mitarbeiter durch Ihre Unterschriften, dass die geforderten Qualifikationsmaßnahmen durchgeführt wurden. Alle Dokumente sind nach internen oder gesetzlichen Vorgaben zu archivieren (vgl. Handbuch, Verfahrensanweisung, Arbeitsanweisung, Aufzeichnung).

DSD (Duales System Deutschland)
Das DSD (gegründet 1990, finanziert von Firmen aus Einzelhandel, Konsumgüter- und Verpackungsindustrie) leitet seinen Namen von der Tatsache ab, dass es ein zweites, von der Wirtschaft getragenes System zur Entlastung der Abfallentsorgung darstellt, das neben den Kommunen tätig ist. Das DSD hat die Aufgabe die überwiegend mit dem "Grünen Punkt" gekennzeichneten Verpackungen und Verkaufsverpackungen flächendeckend zu sammeln und für die Wiederverwertung vorzubereiten.
Produkthersteller, die sich am DSD beteiligen, sind berechtigt, auf die von ihnen eingesetzten Verpackungen den "Grünen Punkt" aufzudrucken. Dafür zahlen sie an das DSD einen nach Verpackungsvolumen und -material genau festgelegten Lizenzbetrag. Das DSD gewährleistet über seine Garantiegeber im Gegenzug, dass die Verpackungsmaterialien entsprechend der Mengenvorgaben der Verpackungsverordnung gesammelt, sortiert und verwertet werden.

Due Diligence
Mit ‚Due Diligence' wird ein in den USA entwickeltes Verfahren zur Unternehmensbewertung bezeichnet, welches Ähnlichkeiten mit einem Audit-Prozess aufweist. Der Begriff ‚Due Diligence' entstammt der englisch/amerikanischen Rechtssprechung und lässt sich als ‚mit angemessener Sorgfalt' oder ‚mit gebührender Sorgfalt' übersetzen.
Umwelt Due Diligence umfasst eine systematische und umfassende Unternehmensanalyse mit dem Ziel, umweltrelevante Chancen und Risiken eines Unternehmens bei einem Besitzerwechsel transparent machen. Die Durchführung einer Umwelt Due Diligence hat daher insbesondere im Vorfeld von geplanten Unternehmenskäufen, Veräußerungen oder Fusionen eine besondere Bedeutung und nicht nur für einen potentiellen Unternehmenskäufer.

EFQM
EFQM ist die Abkürzung für European Foundation for Quality Management und ist eine europäische Organisation mit Sitz in Brüssel, die das EFQM-Modell ins Leben gerufen hat. Das EFQM-Modell dient der Darlegung eines umfassenden Qualitätsmanagementsystems. Grundlage für das EFQM-Modell sind die Kriterien des European Quality Award (EQA) zur Bewertung der Leistungsfähigkeit von Unternehmen. Sie stellt das europäische Modell für Business Excellence dar, das von namhaften europäischen Industrieunternehmen, der EU-Kommission und der European Organization für Quality (EOQ) erarbeitet wurde. EFQM hat seinen Ursprung in der TQM-Philosophie, die in den USA und Japan entwickelt wurde.
Das EFQM Modell kennt 9 Hauptkriterien und eine unterschiedliche Anzahl von Unterkriterien und verlangt von den Organisationen, die eigenen Leistungen im Hinblick auf die einzelnen Kriterien systematisch zu messen. Nach diesem Modell können sich Organisationen selbst bewerten, inwieweit sie ‚Total Quality Management (TQM)' oder synonym ‚Business Excellence' umgesetzt haben. Das EFQM Modell setzt also auf Selbstüberprüfung im Gegensatz zur Fremdüberprüfung durch einen Zertifizierer, wie das momentan noch bei allen Managementnormen üblich ist.

EMAS (EG-Öko-Audit-Verordnung)
EMAS ist die Abkürzung für Environmental Management and Audit Scheme. Die EG-Öko-Audit-Verordnung 1836/93 über die freiwillige Beteiligung gewerblicher Unternehmen an einem Gemeinschaftssystem für das Umweltmanagement und die Umweltbetriebsprüfung ist EU-weit gültig und neben der ISO 14001 eine gleichwertige Nachweismöglichkeit für die Umsetzung von Umweltmanagementsystemen.
Seit der Revision der EG-Öko-Audit-Verordnung im März 2001 ist EMAS auch die offizielle Abkürzung für die neue Verordnung (EG) Nr. 761/2001 des europäischen Parlaments und des Rates vom 19. März 2001 über die freiwillige Beteiligung von Organisationen an einem Gemeinschaftssystem für das Umweltmanagement und die Umweltbetriebsprüfung (EMAS).

---> Übersicht der wesentlichen Unterschiede zwischen EMAS und EMAS II


Emissionen

Emissionen sind die von einer Anlage ausgehenden Luftverunreinigungen, Geräusche, Erschütterungen, Licht, Wärme, Strahlen und ähnliche Erscheinungen. Der Emissionsbegriff erfasst die Objekte unter einem zeitlich und örtlich verschiedenen Aspekt. Während Immissionen als die am Einwirkungsort auftretenden Luftverunreinigungen usw. bezeichnet werden, sind Emissionen die im unmittelbaren Bereich der Anlage im Zeitpunkt des Austritts auftretenden Luftverunreinigungen.
Zum Schutz von Menschen und Umwelt werden in Rechtsvorschriften (z.B. TA Luft, TA Lärm, Strahlenschutzverordnung, 13. BImSchV), Emissionsgrenz- oder richtwerte festgelegt. Die Immission, d. h. das Auftreten einer Emission an dem Ort, an dem sie eine Wirkung entfaltet, unterscheidet sich davon meist erheblich (z.B. wegen Verdünnung in der Atmosphäre oder chemischem bzw. biologischem Abbau in der Luft) (vgl. Emissionsgrenzwerte, Immissionen).

Emissionsgrenzwerte

Werte zur Begrenzung von durch Anlagen verursachte Emissionen. Diese Werte werden regelmäßig durch den Stand der Technik bestimmt. Emissionsgrenzwerte werden durch Rechtsverordnungen oder durch allgemeine Verwaltungsvorschriften festgesetzt.

End-of-Pipe-Technologie

Als End-of-pipe-Technologien bezeichnet man technische Umweltschutzmaßnahmen am Ende eines Prozesses (Abgasfilter, Abwasserreinigung usw.), die durch Behandlung von Abfall, Abluft oder Abwasser versuchen, die Umweltwirkungen gering zu halten.
Diese Technologien sind häufig teuer und entsprechen nach relativ kurzer Zeit nicht mehr dem Stand der Technik. Wo es möglich ist, sollten zuvor andere Lösungsmöglichkeiten geprüft werden, wie z.B. Verfahrensumstellungen, Prozessoptimierungen und Substitutionsmaßnahmen. Dieser additiver Umweltschutz wird auch als nachgeschalteter oder nachsorgender Umweltschutz bezeichnet (vgl. Front-of-the-Pipe-Maßnahmen).

Entsorgungsfachbetrieb
Mit dem Inkrafttreten des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes (KrW-/AbfG) im Oktober 1996 wurde der Begriff des Entsorgungsfachbetriebes neu eingeführt. Betriebe, die sich mit der Verwertung und Entsorgung von Abfällen beschäftigen, können seitdem das Zertifikat "Entsorgungsfachbetrieb" erlangen. Der Gesetzgeber verfolgte mit dieser Maßnahme zwei Ziele:

  • Stärkung der Eigenverantwortung der Industrie bei der Verwertung und Entsorgung von Abfällen
  • Festlegung der fachlichen Qualifikation von Verwertungs- und Entsorgungsunternehmen durch Schaffung einer gesetzlichen Regelung

Nähere Ausführungen zu den Anforderungen an die Entsorgungsfachbetriebe finden sich in der "Verordnung über Entsorgungsfachbetriebe (EfbV)".

Fachkraft für Arbeitssicherheit

Rechtsgrundlage für die Fachkraft für Arbeitssicherheit ist das Arbeitssicherheitsgesetz. Die Fachkraft für Arbeitssicherheit wird vom Unternehmer schriftlich bestellt und hat die Aufgabe, den Unternehmer und die sonst für den betrieblichen Arbeitsschutz und die Unfallverhütung verantwortlichen Personen in allen Belangen des Arbeitsschutzes zu beraten.

Fach- und Sachkunde
Betriebsbeauftragte für den Umweltschutz und Umweltgutachter müssen zur Ausübung ihrer Tätigkeiten in den jeweiligen Fachgesetzen (UAG, WHG, KrW-/AbfG, BImSchG) näher definierte Anforderungen an die Fach- oder Sachkunde (Berufserfahrung sowie Fachkenntnisse durch Ausbildung und Lehrgänge) erfüllen.

Front-of-the-Pipe-Maßnahmen

"Front of pipe"-Maßnahmen versuchen Produkte und Prozesse schon im Vorfeld umweltfreundlich zu gestallten, um so z.B. schon in der Entwicklung die Umwelteinwirkungen, die bei der Produktion oder Produktnutzung anfallen zu verringern. "Front-of-the-pipe"-Umweltschutz wird deshalb auch als vorbeugender Umweltschutz bezeichnet (vgl. End-of-pipe-Technologie).

 

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