Glossar Erklärung wichtiger Fachbegriffe
DAU
DAU ist die Abkürzung für: Deutsche Akkreditierungs- und Zulassungsgesellschaft
für Umweltgutachter GmbH. Die Gesellschaft wurde im Rahmen der nationalen
EMAS-Umsetzung auf der Basis des Umweltauditgesetzes neu gegründet
und ist autorisiert, Umweltgutachter in Deutschland zu prüfen, beaufsichtigen,
registrieren und akkreditieren.
Deregulierung
FDeregulierung ist eine Form der ordnungsrechtlichen Erleichterung auf
Gesetzes- oder Verordnungsebene, u.a. für an EMAS teilnehmenden Unternehmen.
Derartige Erleichterungen setzen voraus, dass der Gesetzes- oder Verordnungsgeber
für registrierte Unternehmen entsprechende Öffnungsklauseln
in die jeweiligen ordnungsrechtlichen Vorschriften einfügt.
Dokumente
Dokumente sind die Summe aller Vorgabe- und Nachweisdokumente. In Vorgabedokumenten
wird durch Regelungen der Sollzustand bestimmter innerbetrieblicher Abläufe
beschrieben. Beispiele sind Handbücher, Verfahrens- und Arbeitsanweisungen,
Prozessbeschreibungen, Fließbilder, und Verantwortlichkeitsmatrizen.
An diesen Vorgaben müssen sich alle angesprochenen Mitarbeiter halten.
Alle Vorgabedokumente gemeinsam ergeben die Managementdokumentation. Nachweisdokumente
(Aufzeichnungen, wie z.B. Formulare, Checklisten) sind Belege für
Umweltwelt- und Qualitätsleistungen gegenüber den Behörden
und Kunden. Beispiel: In Schulungsnachweisen belegen Ihre Mitarbeiter
durch Ihre Unterschriften, dass die geforderten Qualifikationsmaßnahmen
durchgeführt wurden. Alle Dokumente sind nach internen oder gesetzlichen
Vorgaben zu archivieren (vgl. Handbuch,
Verfahrensanweisung, Arbeitsanweisung,
Aufzeichnung).
DSD (Duales System Deutschland)
Das DSD (gegründet 1990, finanziert von Firmen aus Einzelhandel,
Konsumgüter- und Verpackungsindustrie) leitet seinen Namen von der
Tatsache ab, dass es ein zweites, von der Wirtschaft getragenes System
zur Entlastung der Abfallentsorgung darstellt, das neben den Kommunen
tätig ist. Das DSD hat die Aufgabe die überwiegend mit dem "Grünen
Punkt" gekennzeichneten Verpackungen und Verkaufsverpackungen flächendeckend
zu sammeln und für die Wiederverwertung vorzubereiten.
Produkthersteller, die sich am DSD beteiligen, sind berechtigt, auf die
von ihnen eingesetzten Verpackungen den "Grünen Punkt"
aufzudrucken. Dafür zahlen sie an das DSD einen nach Verpackungsvolumen
und -material genau festgelegten Lizenzbetrag. Das DSD gewährleistet
über seine Garantiegeber im Gegenzug, dass die Verpackungsmaterialien
entsprechend der Mengenvorgaben der Verpackungsverordnung gesammelt, sortiert
und verwertet werden.
Due Diligence
Mit Due Diligence' wird ein in den USA entwickeltes Verfahren zur
Unternehmensbewertung bezeichnet, welches Ähnlichkeiten mit einem
Audit-Prozess aufweist. Der Begriff Due Diligence' entstammt der
englisch/amerikanischen Rechtssprechung und lässt sich als mit
angemessener Sorgfalt' oder mit gebührender Sorgfalt' übersetzen.
Umwelt Due Diligence umfasst eine systematische und umfassende Unternehmensanalyse
mit dem Ziel, umweltrelevante Chancen und Risiken eines Unternehmens bei
einem Besitzerwechsel transparent machen. Die Durchführung einer
Umwelt Due Diligence hat daher insbesondere im Vorfeld von geplanten Unternehmenskäufen,
Veräußerungen oder Fusionen eine besondere Bedeutung und nicht
nur für einen potentiellen Unternehmenskäufer.
EFQM
EFQM ist die Abkürzung für European Foundation for Quality Management
und ist eine europäische Organisation mit Sitz in Brüssel, die
das EFQM-Modell ins Leben gerufen hat. Das EFQM-Modell dient der Darlegung
eines umfassenden Qualitätsmanagementsystems. Grundlage für
das EFQM-Modell sind die Kriterien des European Quality Award (EQA) zur
Bewertung der Leistungsfähigkeit von Unternehmen. Sie stellt das
europäische Modell für Business Excellence dar, das von namhaften
europäischen Industrieunternehmen, der EU-Kommission und der European
Organization für Quality (EOQ) erarbeitet wurde. EFQM hat seinen
Ursprung in der TQM-Philosophie, die in den USA und Japan entwickelt wurde.
Das EFQM Modell kennt 9 Hauptkriterien und eine unterschiedliche Anzahl
von Unterkriterien und verlangt von den Organisationen, die eigenen Leistungen
im Hinblick auf die einzelnen Kriterien systematisch zu messen. Nach diesem
Modell können sich Organisationen selbst bewerten, inwieweit sie
Total Quality Management (TQM)' oder synonym Business Excellence'
umgesetzt haben. Das EFQM Modell setzt also auf Selbstüberprüfung
im Gegensatz zur Fremdüberprüfung durch einen Zertifizierer,
wie das momentan noch bei allen Managementnormen üblich ist.
EMAS (EG-Öko-Audit-Verordnung)
EMAS ist die Abkürzung für Environmental Management and Audit
Scheme. Die EG-Öko-Audit-Verordnung 1836/93 über die freiwillige
Beteiligung gewerblicher Unternehmen an einem Gemeinschaftssystem für
das Umweltmanagement und die Umweltbetriebsprüfung ist EU-weit gültig
und neben der ISO 14001 eine gleichwertige Nachweismöglichkeit für
die Umsetzung von Umweltmanagementsystemen.
Seit der Revision der EG-Öko-Audit-Verordnung im März 2001 ist
EMAS auch die offizielle Abkürzung für die neue Verordnung (EG)
Nr. 761/2001 des europäischen Parlaments und des Rates vom 19. März
2001 über die freiwillige Beteiligung von Organisationen an einem
Gemeinschaftssystem für das Umweltmanagement und die Umweltbetriebsprüfung
(EMAS).
---> Übersicht der
wesentlichen Unterschiede zwischen EMAS und EMAS II
Emissionen
Emissionen sind die von einer Anlage ausgehenden Luftverunreinigungen,
Geräusche, Erschütterungen, Licht, Wärme, Strahlen und
ähnliche Erscheinungen. Der Emissionsbegriff erfasst die Objekte
unter einem zeitlich und örtlich verschiedenen Aspekt. Während
Immissionen als die am Einwirkungsort
auftretenden Luftverunreinigungen usw. bezeichnet werden, sind Emissionen
die im unmittelbaren Bereich der Anlage im Zeitpunkt des Austritts auftretenden
Luftverunreinigungen.
Zum Schutz von Menschen und Umwelt werden in Rechtsvorschriften (z.B.
TA Luft, TA Lärm, Strahlenschutzverordnung, 13. BImSchV), Emissionsgrenz-
oder richtwerte festgelegt. Die Immission, d. h. das Auftreten einer Emission
an dem Ort, an dem sie eine Wirkung entfaltet, unterscheidet sich davon
meist erheblich (z.B. wegen Verdünnung in der Atmosphäre oder
chemischem bzw. biologischem Abbau in der Luft) (vgl. Emissionsgrenzwerte,
Immissionen).
Emissionsgrenzwerte
Werte zur Begrenzung von durch Anlagen verursachte Emissionen. Diese Werte
werden regelmäßig durch den Stand
der Technik bestimmt. Emissionsgrenzwerte werden durch Rechtsverordnungen
oder durch allgemeine Verwaltungsvorschriften festgesetzt.
End-of-Pipe-Technologie
Als End-of-pipe-Technologien bezeichnet man technische Umweltschutzmaßnahmen
am Ende eines Prozesses (Abgasfilter, Abwasserreinigung usw.), die durch
Behandlung von Abfall, Abluft oder Abwasser versuchen, die Umweltwirkungen
gering zu halten.
Diese Technologien sind häufig teuer und entsprechen nach relativ
kurzer Zeit nicht mehr dem Stand der Technik. Wo es möglich ist,
sollten zuvor andere Lösungsmöglichkeiten geprüft werden,
wie z.B. Verfahrensumstellungen, Prozessoptimierungen und Substitutionsmaßnahmen.
Dieser additiver Umweltschutz wird auch als nachgeschalteter oder nachsorgender
Umweltschutz bezeichnet (vgl. Front-of-the-Pipe-Maßnahmen).
Entsorgungsfachbetrieb
Mit dem Inkrafttreten des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes (KrW-/AbfG)
im Oktober 1996 wurde der Begriff des Entsorgungsfachbetriebes neu eingeführt.
Betriebe, die sich mit der Verwertung und Entsorgung von Abfällen
beschäftigen, können seitdem das Zertifikat "Entsorgungsfachbetrieb"
erlangen. Der Gesetzgeber verfolgte mit dieser Maßnahme zwei Ziele:
- Stärkung der Eigenverantwortung der Industrie bei der Verwertung
und Entsorgung von Abfällen
- Festlegung der fachlichen Qualifikation von Verwertungs- und Entsorgungsunternehmen
durch Schaffung einer gesetzlichen Regelung
Nähere Ausführungen zu den Anforderungen an die Entsorgungsfachbetriebe
finden sich in der "Verordnung über Entsorgungsfachbetriebe
(EfbV)".
Fachkraft für Arbeitssicherheit
Rechtsgrundlage für die Fachkraft für Arbeitssicherheit ist
das Arbeitssicherheitsgesetz. Die Fachkraft für Arbeitssicherheit
wird vom Unternehmer schriftlich bestellt und hat die Aufgabe, den Unternehmer
und die sonst für den betrieblichen Arbeitsschutz und die Unfallverhütung
verantwortlichen Personen in allen Belangen des Arbeitsschutzes zu beraten.
Fach- und Sachkunde
Betriebsbeauftragte für den Umweltschutz und Umweltgutachter müssen
zur Ausübung ihrer Tätigkeiten in den jeweiligen Fachgesetzen
(UAG, WHG, KrW-/AbfG, BImSchG) näher definierte Anforderungen an
die Fach- oder Sachkunde (Berufserfahrung sowie Fachkenntnisse durch Ausbildung
und Lehrgänge) erfüllen.
Front-of-the-Pipe-Maßnahmen
"Front of pipe"-Maßnahmen versuchen Produkte und Prozesse
schon im Vorfeld umweltfreundlich zu gestallten, um so z.B. schon in der
Entwicklung die Umwelteinwirkungen, die bei der Produktion oder Produktnutzung
anfallen zu verringern. "Front-of-the-pipe"-Umweltschutz wird
deshalb auch als vorbeugender Umweltschutz bezeichnet (vgl.
End-of-pipe-Technologie).
|
Aktuelles
Newsletter
Glossar
Abkürzungen
Links
Buchtipps
Meilensteine
Veröffentlichungen
|