Glossar Erklärung wichtiger Fachbegriffe
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Balanced Scorecard (BSC)
Balanced Scorecard ("ausgewogener Bewertungsbogen") bezeichnet
ein Mitte der 90er-Jahre entwickeltes Managementinstrument zur Bewertung
von Unternehmen. Balanced Scorecards (BSC) wurde aus klassischen Kennzahlensystemen
zu einem Strategie- und Planungswerkzeug weiterentwickelt, welches die
operative und die strategische Ebene der Unternehmenssteuerung verbindet.
Die Balanced Scorecard ermöglicht es, auch nicht-finanzielle Indikatoren
wie Know-how, Produktideen, Entwicklungspotenziale, Umweltperformance
etc. in die Messung des Unternehmenserfolgs einzubeziehen.
BAT
Abkürzung für "best available technology" = beste
verfügbare Technik. In der "EG-Richtlinie über integrierte
Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung" (IVU-RL) findet
sich folgende Definition: Der neueste Stand der Entwicklung von Tätigkeiten,
Verfahren und Betriebsmethoden, die die praktische Eignung spezieller
Techniken als Grundlage für Emissionsgrenzwerte angeben, um Emissionen
an die Umwelt insgesamt zu vermeiden oder, sofern dies nicht möglich
ist, auf ein Mindestmaß zu vermindern, ohne vorherige Festlegung
auf eine spezielle Technologie oder andere Techniken. Die "beste
verfügbare Technik" wird in Deutschland häufig auch mit
dem "Stand der Technik" gleichgesetzt (vgl. allgemein
anerkannte Regeln der Technik, Stand
der Technik, Stand von Wissenschaft und
Technik).
BAT-Wert (Biologischer Arbeitsplatztoleranzwert)
Der BAT-Wert ist die beim Menschen höchstzulässige Konzentration
eines Stoffes oder seiner Umwandlungsprodukte im Körper oder die
dadurch ausgelöste Abweichung eines biologischen Indikators von seiner
Norm, bei der im Allgemeinen die Gesundheit der Arbeitnehmer auch dann
nicht beeinträchtigt wird, wenn sie durch Einflüsse des Arbeitsplatzes
regelmäßig erreicht wird (vgl. MAK-Wert,
TRK-Wert).
Beauftragte Person
Beauftragte Person ist, wer im Auftrag des Unternehmens oder Inhaber eines
Betriebes in eigener Verantwortung Aufgaben nach den Gefahrgutvorschriften
erfüllt. Die für die Tätigkeit erforderlichen Kenntnisse
müssen durch zu wiederholende Schulungen vermittelt werden.
Benchmarking
Unter Benchmarking versteht man einen unternehmensinternen oder -übergreifenden
Vergleichsprozess von Kennzahlen mit festgelegten Richtwerten oder Zielgrößen
als Instrument zur Ableitung von Verbesserungsmaßnahmen und -zielen.
Speziell im Umweltbereich versteht man darunter den Vergleich der Umweltleistungen
und -auswirkungen eines Unternehmens mit denen anderer Betriebe (z.B.
Branchenführern) zur Einschätzung, ob die eigenen Leistungen
oder Belastungen verhältnismäßig hoch oder niedrig liegen.
Besorgnisgrundsatz
Der Besorgnisgrundsatz bedeutet, dass Gewässerverunreinigungen durch
den Umgang mit wassergefährdenden Stoffen, z.B. Mineralöl, nach
menschlichem Ermessen praktisch ausgeschlossen sein müssen.
Betrieblicher Umweltschutz
Umfasst alle organisatorischen und technischen Einrichtungen und Abläufe
im Unternehmen, um Umweltauswirkungen zu vermeiden, zu begrenzen oder
zu minimieren.
Betriebliches Umweltinformationssystem (BUIS)
Unter einem Betrieblichen Umweltinformationssystem (BUIS) versteht man
ein organisatorisch-technisches System (meist auf Software-Basis) für
die systematische Erfassung, Verarbeitung und Bereitstellung umweltrelevanter
Informationen in einem Betrieb. Das BUIS unterstützt neben reinen
Dokumentationsaufgaben zunehmend auch Aufgaben der Planung, Steuerung
und Kontrolle von Maßnahmen eines integrierten betrieblichen Umweltschutzes.
Betriebliche Umweltbilanz
Betriebliche Umweltbilanzen sind eine zusammenfassende Darstellung der
in ein Unternehmen oder einen Standort ein- und ausgehenden Stoff- und
Energieströme über einen bestimmten Zeitraum. Den eingehenden
Strömen (Input) an Material, Energie und Wasser werden die ausgehenden
Ströme (Output) wie Produkte, Abfall, Abluft, Abwasser und Energieabgabe
gegenübergestellt.
Betriebsanweisung
Der Arbeitgeber ist zur Aufstellung von Betriebsanweisungen verpflichtet.
Sie müssen den Arbeitnehmern am Arbeitsplatz vorliegen und in einer
den Arbeitnehmern verständlichen Sprache und Wortwahl verfasst sein.
Diese schriftlichen Regelungen zum Umgang mit bestimmten Stoffen oder
zur Durchführung bestimmter Tätigkeiten haben das Ziel, Beeinträchtigungen
der Gesundheit, der Sicherheit oder der Umwelt zu vermeiden. Gesetzlich
vorgeschrieben sind Betriebsanweisungen für alle im Unternehmen verwendeten
Gefahrstoffe (§ 20 Gefahrstoffverordnung), sowie für den Betrieb
bestimmter Maschinen und Anlagen aufgrund der Unfallverhütungsvorschriften
der Berufsgenossenschaften. Betriebsanweisungen dienen auch als Grundlage
für regelmäßig durchzuführende und zu dokumentierende
mündliche Unterweisungen der Beschäftigten bzw. der in Frage
kommenden Anwender (siehe auch Arbeitsanweisung,
Verfahrensanweisung).
Betriebsbeauftragter für ..... (Abfall,
Immissionsschutz, Störfall, Gewässerschutz, Gefahrgut, Strahlenschutz,
biologische Sicherheit)
Der Betriebsbeauftragte ist meist ein Betriebsangehöriger, der kraft
gesetzlicher oder betrieblicher Vorschrift berechtigt und verpflichtet
ist, auf die Entwicklung und Einführung umweltfreundlicher Erzeugnisse
und Verfahren hinzuwirken, die Einhaltung rechtlicher Vorschriften im
Betrieb zu überwachen und die Betriebsangehörigen über
Fragen des Schutzes der Umwelt (auf dem Gebiet des Wassers, Bodens, Luft,
Abfalls u. a.) zu informieren. Der Betriebsbeauftragte ist bei der Planung
von Investitionen und Entwicklungen neuer Produkte, als Fachvertretung
"Umwelt" in die Entscheidungsfindung einzubeziehen. Der Betriebsbeauftragte
ist mit besonderen Rechten ausgestattet. Betriebsbeauftragte können
auch extern bestellt werden.
Betriebsprüfungszyklus
Unter einem Betriebsprüfungszyklus versteht man den Zeitraum, innerhalb
dessen alle Tätigkeiten an einem Standort gemäß Anhang
II der EMAS-Verordnung in bezug auf alle in dieser Verordnung genannten
umweltrelevanten Aspekte einer Betriebsprüfung unterzogen werden
müssen.
Betriebsstoff
Stoffe, die nicht in das Produkt eingehen, aber zur Herstellung desselben
notwendig sind (z. B. Kühlschmierstoffe, Lösemittel, vgl.
Hilfsstoff, Rohstoff).
Bionik
Der Begriff Bionik wurde aus den Wörtern Biologie und Technik gebildet.
Er bezeichnet das Forschungsgebiet, das sich mit der Anwendung biologischer
Prinzipien auf technische Probleme beschäftigt (z.B. Lotuseffekt).
Besonders überwachungsbedürftige Abfälle
Zahlreiche Abfallarten sind besonders gefährlich, so dass an die
Entsorgung dieser Abfälle auch besondere Anforderungen gestellt werden.
Es sind dies Abfälle, die besonders gesundheits-, luft- oder wassergefährdend,
explosibel oder brennbar sind oder Krankheiten übertragen können.
Welche Abfallarten als besonders überwachungsbedürftige Abfälle
einzustufen sind, hat der Verordnungsgeber in der Bestimmungsverordnung
für besonders überwachungsbedürftige Abfälle (BestbüAbfV)
festgelegt (vgl. überwachungsbedürftige
Abfälle, nicht überwachungsbedürftige
Abfälle).
BS 7750
Britische Norm (British Standard 7750) zu Umweltmanagement. Sie ist die
Ursprungsnorm für die Umweltmanagementsysteme EMAS und ISO 14001.
BS 8800
Der British Standard 8800 (seit Mai 1996 in Kraft) ist eine britische
Norm für Arbeitsschutz- und Sicherheitsmanagementsysteme. Er unterstützt
die Integration von Arbeitsschutz und Sicherheit in ein bestehendes Gesamtsystem
und dessen Aufrechterhaltung. Er ist als Leitfaden für den Aufbau
von Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagementsystemen zu verstehen.
Bundesimmissionsschutzgesetz
Gesetz zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Luftverunreinigungen,
Geräusche, Erschütterungen, und ähnliche Vorgänge
(Bundes-Immissionsschutzgesetz - BImSchG) vom 15. März 1974. Das
Gesetz regelt im wesentlichen die Errichtung und den Betrieb sowie die
Überwachung genehmigungsbedürftiger Anlagen. Das Gesetz wird
durch zahlreiche Verordnungen und Verwaltungsvorschriften konkretisiert.
Bundesnaturschutzgesetz
Rahmengesetz des Bundes, das die Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes,
die Nutzungsfähigkeit der Naturgüter, die Pflanzen- und die
Tierwelt sowie die Vielfalt, Eigenart und Schönheit von Natur und
Landschaft nachhaltig sichern und wiederherstellen soll. Hauptinstrumentarien
sind der Arten- und Biotop- bzw. Flächen- und Objektschutz (Schutzgebietsverordnung)
und die Regelung von Eingriffen in Natur und Landschaft.
Chemikaliengesetz
Bundesgesetz, das die Herstellung (Prüfung und Anmeldung),Verpackung
und Kennzeichnung von gefährlichen Stoffen und Zubereitungen regelt.
Verbote und Beschränkungen sollen Arbeitnehmer (Arbeitsschutz), Menschen
und Umwelt (Umweltschutz) vor schädlichen Einwirkungen schützen.
Landesrechtliche Bestimmungen bestehen hierzu im wesentlichen nur als
Zuständigkeitsregelungen.
Club of Rome
Der italienische Industrielle Aurelio Peccei, der damalige OECD-Generalsekretär
Alexander King und rund 70 Wissenschaftler unterschiedlicher Fachrichtungen
gründeten 1968 den "Club of Rome". Das entscheidende Verdienst
dieser Vereinigung war, den Industrieländern durch seine Berichte
zu verdeutlichen, dass die gegenwärtige Wirtschaftsweise die ökologische
Tragfähigkeit der Erde überlasten würde. Die Wissenschaftler
haben die Bevölkerungsentwicklung, die Rohstoffvorkommen, die Landwirtschaft,
die Industrialisierung und die Umweltverschmutzung untersucht und erstmals
in einen Zusammenhang zueinander gestellt. In ihrem Bericht "Die
Grenzen des Wachstums" sind sie zu dem Ergebnis gekommen, dass ein
weiteres ungezügeltes Wachstum in den obengenannten Bereichen die
Welt in eine Katastrophe führt.
Contracting
Contracting ist ein Instrument der Drittfinanzierung und bedeutet die
Auslagerung von Maßnahmen zur Bereitstellung von Energie. Bei diesem
Finanzierungs- und Betriebsmodell wird eine externe, spezialisierte Firma
mit der Energiebereitstellung und dem Unterhalt der Anlagen beauftragt.
Der Energienutzer kauft nicht Öl, Gas und Strom, sondern Wärme,
Kälte, Licht, Dampf - also Energiedienstleistungen. Dadurch können
Unternehmen teure Investitionen zum Beispiel für moderne Heizungssysteme
vermeiden, während auf der Anbieterseite Größeneffekte
und Fachwissen konsequent genutzt werden können, um Wärme energie-
und kosteneffizient zu liefern.
Controlling
Controlling ist die Teilfunktion der Unternehmensführung, die zur
Steuerung des Unternehmens Planungs-, Kontroll- und Koordinationsaufgaben
wahrnimmt, um betriebliche Entscheidungsträger mit den notwendigen
Informationen zu versorgen.
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